Auf einen Blick (Key Takeaways)
- Umfassende Dolmetscherunterstützung bei der Maschineninstandhaltung (Qualifizierung, Troubleshooting, Kalibrierung).
- Begleitung kritischer Sicherheitsschulungen (SEP, Arbeitsschutz) für das deutsche Fachpersonal.
- Gezieltes Teambuilding führte direkt zur Reduzierung von Kommunikationsbarrieren und Stillstandszeiten.
- Projekterfolg: Vertragsverlängerung und messbare Reduzierung von Materialausschuss (Scrap).
Herausforderung: Revolution in der Instandhaltung
Das Batteriewerk für Elektrofahrzeuge in Jawor erlebte im Jahr 2025 einen Umbruch. Die Aufgaben der Instandhaltung, die zuvor von einem externen Dienstleister ausgeführt wurden, gingen an die deutsche Tochtergesellschaft der Mercedes-Benz Group AG über.
Die Mitarbeiter der technischen Abteilung der Accumotive GmbH & Co. KG übernahmen die volle Verantwortung für die Wartung der Produktionslinien, Reparaturen und das Ersatzteilmanagement. Damit sie ihre Aufgaben effizient und verzögerungsfrei erfüllen konnten, war ein Dolmetscher unerlässlich, der als kommunikative Brücke zwischen den deutschsprachigen Technikern und den polnischen Produktionsmitarbeitern fungierte.
Rekrutierungsprozess und Kompetenzprüfung
Anfang Mai 2025 fand ein Treffen zwischen den Verantwortlichen für die Implementierung des neuen Instandhaltungsteams und mir statt. Während des Gesprächs prüfte der Instandhaltungsleiter aus Kamenz meine Sprachkompetenzen, Branchenkenntnisse im Automotive-Sektor, Stressresistenz sowie Motivation und Teamfähigkeit.
Nach dem fachlichen Teil, in dem das Wissen über Abläufe in Großbetrieben und technisches Know-how verifiziert wurden, definierten wir gemeinsam die Aufgaben, den Zeitrahmen der Zusammenarbeit sowie die logistischen Rahmenbedingungen.
Realisierung: Mitten im Geschehen
Der Aufgabenbereich bei solchen Projekten endet nicht bei der reinen Wortübersetzung. Deutschsprachige Teams, die in Polen arbeiten, benötigen umfassende Unterstützung. In diesem Fall umfasste meine Rolle:
- Schulungen & Qualifikationen: Dolmetschen von Vorbereitungskursen für SEP-Berechtigungen (Betrieb und Aufsicht) sowie Arbeitsschutzschulungen.
- Shopfloor-Management: Begleitung täglicher operativer Meetings mit den Meistern der Instandhaltung.
- Troubleshooting: Aktive Unterstützung bei jeder Störung – Diagnose der Ursachen direkt an der Maschine, Festlegung von Abhilfemaßnahmen mit den Bedienern.
- Technische Logistik: Organisation der Zusammenarbeit mit dem Lager, Bestellung von Ersatzteilen und Gespräche mit Lieferanten.
- Technische Dokumentation: Übersetzung von LOTO-Prozeduren (Lockout/Tagout), EOL-Kalibrierungsanweisungen und Störungsberichten des Vorgängerteams.
- Interdisziplinäre Kommunikation: Unterstützung bei Kontakten mit Logistik, Qualitätssicherung, HR, Rechtsabteilung und der Betriebswerkstatt.
Ergebnis: Ein eingespieltes Team und harte KPIs
Während der sechsmonatigen Arbeit „Schulter an Schulter“ gelang es, ein effizientes Team zu bilden, das sich nicht nur in der Produktionshalle, sondern auch auf Radwegen und Offroad-Pisten bewährt. Integration und gemeinsame Ausflüge durch Niederschlesien bauten Vertrauen auf, das sich in Stresssituationen auszahlt.
Geschäftliche Effekte:
- Das Werk gewann eine zuverlässige Instandhaltungsabteilung, was die Stillstandszeiten der Batteriemontagelinien verkürzte.
- Der Materialausschuss (Scrap) wurde minimiert.
- Der Auftrag wurde aufgrund des Erfolgs um weitere sechs Monate verlängert.
Als Dolmetscher erweiterte ich meine Kompetenzen in den Bereichen HV (High Voltage), Produktionsüberwachungssysteme von Neurocheck und erlernte die Kalibrierung von Schraubtechnik der Marke Cleco.




