Auf einen Blick (Key Takeaways)
- Retention & Trust: Erneute Einladung zum Projekt im Motorenwerk Kölleda – drei Jahre nach der Qualifizierung im Großmaßstab.
- Kleines Team, große Verantwortung: Arbeit in einer Vierergruppe mit hoher Flexibilität, Mobilität und Eigenständigkeit.
- Work-Life-Balance: Intensive Einsätze an der Linie, kombiniert mit Kultur und Erholung in Weimar.
Rückkehr an bekannte Orte: Vertrauen zahlt sich aus
In der Dolmetschbranche ist die höchste Form der Anerkennung keine Papierreferenz, sondern der Anruf des Kunden: „Kamil, wir fahren noch einmal nach Kölleda!“ Genau so begann das Projekt 2021. Drei Jahre nach dem ersten großen Einsatz in Kölleda wurde ich erneut gebeten, die sprachliche Begleitung und die Organisation der Reise für Mitarbeitende aus dem Schwesterwerk in Jawor zu übernehmen.
Diesmal war der Maßstab kleiner – statt einer rund 20-köpfigen Mannschaft arbeiteten wir als eingespieltes Vierer-Team für Spezialaufgaben. Auch die Zielsetzung verschob sich: MDC Power brauchte personelle Unterstützung, Jawor hatte die Kapazität. Kolleginnen und Kollegen aus dem polnischen Schwesterwerk schulten sich in Kölleda; Prozesse, Produktionsfläche und Hallen kannten sie bereits. Aus dem ersten langen Aufenthalt waren viele Kontakte – manche Freundschaften – geblieben, deshalb kamen viele gerne zurück.
Für uns Dolmetscher war die Mission bei MDC Power ebenfalls eine Rückkehr. Auch wir hatten in der ersten Phase Beziehungen zu den Teams aus Jawor und Kölleda aufgebaut. Die Auffrischung der Motorenterminologie war ein greifbarer Nebeneffekt – sie hilft bis heute bei schriftlichen Aufträgen für den Standort Jawor.
Weimar: Kultur nach Feierabend
Das Projekt hatte auch eine sehr menschliche Seite. Die Unterkunft lag im nahegelegenen Weimar – der Stadt Goethes und Schillers. Nach acht Stunden Dolmetschen im Lärm und Takt der Linie fand ich den Ausgleich im bekannten Park an der Ilm oder in den lokalen Thermen.
Für Freelancer ist mentale Hygiene kein Luxus. Spaziergänge durch die historischen Alleen halfen, den Kopf klar zu halten – nötig bei mehrmonatigen Einsätzen an der Linie. Das hat bestätigt: Bei Vor-Ort-Einsätzen sind Unterbringung und Erholungsfaktoren genauso relevant wie der Tagessatz.




